Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer leeren Wohnung. Keine Möbel, keine Farbe an den Wänden, kein Licht. Aber mit einem Klick auf Ihr Smartphone erscheinen ein Sofa, ein Küchentisch und ein Regal - genau dort, wo sie hingehören. Die Wand wird blau, das Fenster zeigt einen Blick auf den Park, den die Immobilie tatsächlich hat. Das ist nicht Science-Fiction. Das ist Augmented Reality im Immobilienmarketing - und es verändert, wie Menschen heute Häuser kaufen.
Wie AR die Immobilienbesichtigung revolutioniert
Früher musste man physisch vor Ort sein, um eine Wohnung zu sehen. Heute kann man sie mit dem Handy in der Hand durchlaufen, ohne die Haustür zu betreten. Augmented Reality (AR) legt digitale Inhalte über die reale Welt. Ein Makler scannt einen Raum mit seiner Kamera, und plötzlich erscheint ein voll eingerichtetes Wohnzimmer. Keine Fotos mehr. Keine Zeichnungen. Keine Fantasie. Nur das, was wirklich möglich ist. Laut einer Fallstudie von AR-Code.com aus dem Jahr 2022 erhöht AR die Conversion-Rate bei Immobilienkäufen um bis zu 40 Prozent. Warum? Weil Menschen nicht nur sehen, sondern fühlen. Sie können die Lichtverhältnisse testen, den Platz zwischen Sofa und Tisch messen, den Weg zur Küche nachvollziehen - alles in Echtzeit. Das reduziert Unsicherheiten, die sonst zu Verzögerungen oder Abbrüchen führen. Ein Makler aus München berichtet: „Mit AR-Codes auf unseren Exposés haben wir die Anzahl der physischen Besichtigungen um 65 Prozent gesenkt - ohne Verkaufschancen zu verlieren.“ Das ist kein Einzelfall. Die Technologie spart Zeit, Geld und Nerven - für Käufer und Verkäufer.Technik, die funktioniert - und was Sie brauchen
AR funktioniert nicht mit jedem Smartphone. Für eine saubere Darstellung braucht man:- Ein Gerät mit iOS 11 oder Android 8.0 und höher
- Eine Kamera mit mindestens 12 Megapixeln
- Eine GPU, die ARKit (iOS) oder ARCore (Android) unterstützt
Wo AR besonders stark ist - und wo es scheitert
AR ist kein Allheilmittel. Es hat klare Stärken und Grenzen. Starke Einsatzszenarien:- Virtuelle Einrichtung: Käufer können Möbel, Farben und Bodenbeläge austauschen. Die Conversion-Rate steigt um 37 Prozent, wie AR-Code.com belegt.
- Bestandsimmobilien: AR zeigt, wie eine alte Wohnung mit modernen Lösungen aussehen könnte - ohne Umbau.
- Wohnungstausch oder Renovierung: Kunden können sehen, wie ein neues Bad oder eine offene Küche wirken würde.
- Außenbereiche: Gärten, Balkone oder Dachterrassen lassen sich nur unvollständig darstellen. Die Kamera erkennt keine Schatten, keine Bäume, keine Nachbarn.
- Komplexe Architektur: Bei Dachgeschossen, Satteldächern oder unregelmäßigen Grundrissen steigt die Fehlerquote auf 8,2 Prozent, wie RhineRender.de feststellte.
Kosten und Implementierung: Was kostet AR wirklich?
Ein AR-Projekt kostet zwischen 1.200 und 5.500 Euro - je nach Komplexität. Das ist teuer? Ja. Aber im Vergleich zu den Kosten einer physischen Besichtigung? Oft günstiger. Ein Makler muss für jede Besichtigung:- Zeit einplanen (durchschnittlich 2,7 Stunden pro Immobilie)
- Reisekosten tragen
- Die Wohnung vorbereiten
- Den Käufer begleiten
Die Zukunft: AR + KI + IoT
Die Zukunft liegt nicht nur in AR, sondern in der Kombination mit anderen Technologien.- KI: Bereits heute analysieren Systeme, welche Räume ein Nutzer am längsten betrachtet. Dann schlägt die KI passende Möbel, Farben oder Lichtlösungen vor - personalisiert, in Echtzeit.
- IoT: In fünf Jahren wird AR nicht nur zeigen, wie eine Wohnung aussieht, sondern auch, wie sie funktioniert: Heizkosten, Energieeffizienz, Wartungsbedarf, Lärmpegel - alles in der Darstellung sichtbar.
Was Sie jetzt tun müssen
Wenn Sie Immobilien verkaufen, ist AR kein Luxus - es ist eine Notwendigkeit. Aber nicht als Trend, sondern als Werkzeug. Hier sind drei Schritte, die wirklich helfen:- Beginnen Sie klein: Nutzen Sie AR-Codes auf Ihrem Exposé oder in Ihrer Online-Anzeige. Ein QR-Code, der eine virtuelle Besichtigung startet - das reicht für den Anfang.
- Integrieren Sie AR in Ihre Kundenreise: Nicht nur als Extra, sondern als festen Teil des Verkaufsprozesses. Nach der ersten Online-Sichtung kommt die AR-Besichtigung - dann erst die physische.
- Messen Sie den Erfolg: Wie viele Käufer nutzen AR? Wie viele davon kaufen? Wie viel Zeit sparen Sie? Ohne Messung ist es nur Spielzeug.
Frequently Asked Questions
Kann ich AR auch mit einem alten Smartphone nutzen?
Nein. AR erfordert eine moderne Kamera, eine leistungsstarke GPU und mindestens iOS 11 oder Android 8.0. Ältere Geräte zeigen die Modelle verzögert, verzerrt oder gar nicht. Das zerstört das Vertrauen. Wenn Sie ältere Käufer ansprechen wollen, bieten Sie stattdessen eine einfache Video-360-Übersicht an - das ist für sie verständlicher.
Ist AR teurer als professionelle Fotos oder Videos?
Ja, die Anfangsinvestition ist höher. Ein professionelles AR-Modell kostet 1.200 bis 5.500 Euro, während Fotos und Videos oft unter 500 Euro liegen. Aber AR spart langfristig Geld: Weniger physische Besichtigungen, schnellere Verkäufe, höhere Conversion-Raten. In der Bilanz ist AR oft günstiger - besonders bei teuren Objekten.
Wie lange dauert es, ein AR-Modell zu erstellen?
Ein einfaches Modell mit AR-Code braucht 2 bis 4 Stunden - inklusive Scan, Modellierung und Upload. Komplexe Wohnungen mit vielen Details, wie offene Küchen oder Dachgeschosse, brauchen bis zu 8 Stunden. Mit vorgefertigten Templates aus Tools wie Unity können Sie das auf 4 Stunden reduzieren.
Kann AR auch bei Mietimmobilien helfen?
Ja, sogar noch stärker. Mieter sind oft unsicherer als Käufer. Sie fragen: Passt mein Sofa hier? Ist die Küche groß genug? Kann ich die Wand streichen? AR beantwortet diese Fragen sofort. Mietobjekte mit AR-Codes haben bis zu 50 Prozent mehr Anfragen, wie eine Studie von ImmoZ.net zeigt.
Welche Anbieter gibt es in Deutschland?
Die bekanntesten Anbieter sind AR-Code.com, 3DQR.de und Microsoft-HoloLens-Lösungen über Partner wie hololens-partner.de. Für kleine Maklerbüros empfehlen sich AR-Code.com und 3DQR.de - sie bieten einfache, preiswerte Lösungen mit CRM-Integration. HoloLens ist für große Agenturen mit mehreren Standorten geeignet.
Geschrieben von David Loidolt
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