Wenn Sie in einem älteren Haus leben, wissen Sie es vielleicht besser als andere: Die Elektroinstallation aus den 80er-Jahren funktioniert zwar noch, aber sie ist ein Risiko. Kabel mit Stoffummantelung, fehlende FI-Schutzschalter, zu wenige Steckdosen, keine Absicherung gegen Überspannung - das ist kein Zustand, den man einfach ignoriert. Eine komplette Elektroerneuerung mit integrierter Smart-Home-Technik ist heute nicht mehr ein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es geht nicht nur um mehr Steckdosen oder Licht per Sprachbefehl. Es geht um Sicherheit, Energieeinsparung und den Wert Ihrer Immobilie.
Warum ist eine alte Elektroanlage gefährlich?
Viele Häuser in Österreich haben Elektroinstallationen, die vor 30 Jahren installiert wurden. Damals war es normal, Kabel mit Textilummantelung zu verwenden, die mit der Zeit brüchig wird. Es gab keine FI-Schutzschalter, die bei kleinsten Leckströmen sofort abschalten. Kein Überspannungsschutz. Keine ausreichende Leitungsdimensionierung für moderne Geräte. Das Ergebnis? Ein erhöhtes Risiko für Stromschläge und Brand. Laut David Elektrotechnik ist eine fehlende FI-Schutzschaltung in Altbauten eine der häufigsten Ursachen für elektrische Unfälle. Und das ist kein theoretisches Szenario. In Graz und Umgebung gab es im Jahr 2024 mindestens 17 Brände, die auf veraltete Elektroanlagen zurückgeführt wurden.Ein E-Check durch einen Fachbetrieb zeigt genau, wo das Problem liegt. Er misst nicht nur den Stromverbrauch, sondern prüft auch die Isolation der Leitungen, die Erdung und die Lastverteilung. In vielen Fällen zeigt sich: Die alten Sicherungskästen haben keinen Platz mehr für moderne Schutzgeräte. Und das ist nur der Anfang.
Was gehört zu einer professionellen Elektroerneuerung?
Eine echte Modernisierung ist kein Austausch von Steckdosen. Es ist ein Neubau der gesamten Infrastruktur. Dazu gehören:- Ein neuer Sicherungskasten mit ausreichend Platz für mindestens 12-16 Stromkreise
- FI-Schutzschalter für jeden einzelnen Stromkreis - nicht nur für die Steckdosen, sondern auch für Licht und Heizung
- Überspannungsschutz am Hauptanschluss, um Geräte vor Blitzschlag oder Netzschwankungen zu schützen
- Leitungen nach DIN VDE 0100-410 mit moderner Kunststoffummantelung und korrekter Querschnittsfläche
- Genügend Steckdosen in allen Räumen - mindestens eine pro 4 Quadratmeter, besonders in der Küche und im Wohnbereich
- Vorverkabelung für zukünftige Erweiterungen: Neutralleiter und Phase an jeder Dose, tiefe Einbaudosen für Smart-Home-Module
Diese Maßnahmen sind nicht nur sicher, sie schaffen auch die Grundlage für ein Smart Home. Ohne diese Infrastruktur bleibt alles, was Sie später einbauen, eine fragile Lösung - wie ein Smartphone ohne Netzwerkempfang.
Wie funktioniert Smart Home bei einer Elektrorenovierung?
Smart Home ist kein Plug-and-Play-Produkt. Es ist ein System, das mit der Elektroinstallation verwoben sein muss. Es gibt zwei Wege:1. Drahtgebundene Lösung (KNX/EIB)
Wenn Sie eine komplette Renovierung durchführen, ist KNX der Goldstandard. Es verbindet Licht, Heizung, Jalousien, Sicherheit und Multimedia über ein einheitliches Bus-System. Die Vorteile? Hohe Zuverlässigkeit, keine Funkstörungen, Erweiterbarkeit ohne Neukabel. Sie können später eine neue Tür mit Zutrittskontrolle hinzufügen - ohne die Wand aufzubrechen. KNX ist teurer, aber es ist die einzige Lösung, die wirklich langfristig hält. Wolf Energietechnik bestätigt: Wer heute KNX installiert, braucht in 20 Jahren nicht erneut zu sanieren.
2. Funkbasiertes System (Homematic, Zigbee, Z-Wave)
Wenn Sie nur Teile erneuern oder keine großen baulichen Eingriffe wünschen, ist Funk die bessere Wahl. Sensoren, Schalter und Thermostate senden ihre Signale drahtlos. Sie brauchen keine neuen Kabel. Die Geräte werden einfach an die bestehende Steckdose angeschlossen. Homematic, wie es von EF KomplettService in Mannheim verwendet wird, ist besonders beliebt - weil es mit Alexa, Google Home und Apple HomeKit kompatibel ist. Sie steuern alles über Ihre App, per Sprache oder automatisch nach Zeit und Bewegung.
Beide Systeme funktionieren. Aber nur, wenn die Elektroanlage sauber und modern ist. Ein Funk-Sensor, der an einer alten Leitung hängt, kann ausfallen - weil die Spannung schwankt. Ein KNX-System braucht eine stabile Stromversorgung. Und die bekommen Sie nur mit einer neuen Installation.
Kosten: Was kostet eine komplette Elektroerneuerung mit Smart Home?
Die Kosten variieren stark - je nach Größe, Ausstattung und gewähltem System. Aber hier sind realistische Zahlen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Österreich (ca. 120 m²):| Leistung | Kosten pro m² | Gesamtkosten (120 m²) |
|---|---|---|
| Grundausstattung (FI-Schutz, Überspannungsschutz, neue Leitungen) | 150-200 € | 18.000-24.000 € |
| High-End-Ausstattung (Design-Schalter, mehr Steckdosen, bessere Verkabelung) | 200-250 € | 24.000-30.000 € |
| Smart Home-Integration (KNX oder Homematic) | - | 5.000-8.000 € |
| Gesamtkosten (mit Smart Home) | 200-300 € | 29.000-38.000 € |
Das klingt viel - aber vergleichen Sie es mit dem, was Sie sparen: bis zu 30 Prozent Energiekosten pro Jahr. Und der Wert Ihrer Immobilie steigt um 10-15 Prozent. Käufer suchen heute nach Häusern mit moderner Elektroanlage. Wer das nicht hat, verliert Marktanteile.
Sicherheit und Datenschutz im Smart Home
Smart Home macht Ihr Zuhause bequem - aber auch angreifbar. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Jedes IoT-Gerät, das keine Updates mehr erhält, ist ein Einfallstor für Hacker. Ein altes Smart-Plug, das 2018 nicht mehr aktualisiert wird, kann genutzt werden, um Ihr Netzwerk zu infiltrieren. Von dort aus kann ein Angreifer Ihre Kamera übernehmen, Ihre Heizung manipulieren - oder Ihre Steckdosen ein- und ausschalten, während Sie im Urlaub sind.Professionelle Anbieter wie EF KomplettService schützen ihre Systeme durch:
- VLANs - Trennung des Smart-Home-Netzes vom Haupt-Internet
- Zentrale Firewalls im Router
- Regelmäßige Firmware-Updates - automatisch und überprüft
- Keine Standardpasswörter - alle Geräte werden individuell verschlüsselt
- Fernüberwachung - der Anbieter erkennt Fehler oder Angriffe, bevor Sie etwas merken
Wenn ein Anbieter Ihnen sagt: „Das Gerät funktioniert einfach - keine Updates nötig“, dann laufen Sie Gefahr. Ein Smart-Home-System ist kein Staubsauger. Es ist ein Netzwerk. Und Netzwerke brauchen Pflege.
Der Ablauf: Wie läuft eine professionelle Elektroerneuerung ab?
Es ist kein Chaos. Eine gute Installation folgt einem klaren Plan:- Analyse - Der Elektriker kommt, misst, prüft, macht Fotos und erstellt eine detaillierte Liste mit Schwachstellen.
- Konzept - Sie bekommen ein individuelles Angebot: Was wird erneuert? Welches Smart-Home-System passt? Wie viele Steckdosen brauchen Sie? Wie wird die Verkabelung verlegt?
- Festpreis - Keine Überraschungen. Alles ist klar definiert: Material, Arbeitsstunden, Termine.
- Installation - Die alte Anlage wird abgebaut. Neue Kabel werden verlegt. Der neue Sicherungskasten installiert. Die Smart-Home-Geräte eingebunden.
- Prüfung - Ein Prüfprotokoll nach DIN VDE wird erstellt. Sie bekommen eine Dokumentation mit allen Leitungen, Schaltplänen und Geräte-IDs.
- Schulung - Sie lernen, wie Sie Ihre Lichtszenen, Heizprofile und Sicherheitsmodi steuern. Kein „Ich verstehe das nicht“-Gefühl.
- Betreuung - Nach der Installation gibt es SLA-Support, Fernwartung und Garantie. Ein Anbieter, der Ihnen nach 3 Jahren sagt: „Wir haben das System noch im Blick“, ist der richtige.
Was Sie vorher planen sollten
Wenn Sie gerade renovieren oder vorhaben, ist jetzt die Zeit, die Zukunft mitzuplanen:- Stellen Sie sicher, dass an jeder Steckdose ein Neutralleiter verlegt wird - auch wenn Sie ihn jetzt nicht brauchen.
- Planen Sie tiefe Dosen für spätere Smart-Schalter - die sind heute schon für 30 Euro erhältlich.
- Legen Sie einen separaten Stromkreis für Ihre Heizung, Klimaanlage und Ladeinfrastruktur an - das verhindert Überlastungen.
- Vermeiden Sie versteckte Kabelkanäle hinter Wänden, die später nicht mehr zugänglich sind. Nutzen Sie Fußleistenkanäle oder Leitungsrohre - sie lassen sich später erweitern.
- Verlangen Sie eine Dokumentation mit QR-Code - damit Sie später die Leitungen in der Wand nachvollziehen können.
Die Vorteile: Warum lohnt sich das?
Eine Elektroerneuerung mit Smart Home ist keine Ausgabe. Es ist eine Investition. Und sie bringt:- Sicherheit - Kein Risiko mehr durch alte Leitungen oder fehlenden FI-Schutz.
- Energieeinsparung - Bis zu 30 % weniger Stromkosten durch intelligente Heizungs- und Beleuchtungssteuerung.
- Komfort - Licht geht automatisch an, wenn Sie nach Hause kommen. Jalousien fahren hoch, wenn die Sonne scheint. Die Heizung passt sich an Ihre Routine an.
- Wertsteigerung - Ein Haus mit moderner Elektroanlage und Smart Home ist 10-15 % wertvoller. Käufer zahlen mehr.
- Zukunftssicherheit - Sie können später Kameras, Ladesäulen, PV-Anlagen oder Alarmanlagen hinzufügen - ohne erneut die Wand aufzubrechen.
Es ist nicht mehr die Frage: „Soll ich es machen?“ Sondern: „Wie lange kann ich noch warten?“
Kann ich meine bestehende Elektroanlage einfach erweitern, ohne alles zu erneuern?
Ja, aber nur bedingt. Funkbasierte Systeme wie Homematic oder Zigbee können in bestehenden Anlagen integriert werden, ohne Kabel zu verlegen. Sie können Schalter, Sensoren oder Thermostate hinzufügen, ohne die Leitungen zu ersetzen. Allerdings: Wenn Ihre Sicherungskästen veraltet sind, keine FI-Schutzschalter haben oder die Leitungen brüchig sind, ist das eine gefährliche Kombination. Ein Smart Home auf altem Fundament ist wie ein neuer Motor in einem kaputten Auto. Es läuft - aber es kann jederzeit versagen. Die beste Lösung ist eine Kombination: Erneuern Sie die kritischen Teile (Sicherungskasten, FI-Schutz, Überspannungsschutz) und ergänzen Sie dann die Smart-Home-Geräte.
Welches Smart-Home-System ist das beste für Altbauten?
Es gibt kein „bestes“ System - nur das passende. Wenn Sie eine komplette Renovierung durchführen, ist KNX die stärkste Lösung: zuverlässig, erweiterbar, langlebig. Wenn Sie nur einzelne Bereiche modernisieren, ist Homematic oder Zigbee ideal. Beide funktionieren mit Alexa, Google Home und Siri. Homematic ist besonders benutzerfreundlich und wird von vielen österreichischen Elektrikern empfohlen. Wichtig ist: Vermeiden Sie billige Systeme von Unbekannten, die keine Updates anbieten. Das BSI warnt ausdrücklich davor.
Gibt es Förderungen für eine Elektroerneuerung mit Smart Home?
Ja. In Österreich gibt es mehrere Förderprogramme, besonders wenn Sie Energieeffizienz und erneuerbare Energien kombinieren. Das Bundesministerium für Klimaschutz fördert Smart-Home-Systeme, die Heizung und Beleuchtung intelligent steuern - besonders wenn sie mit einer Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe verbunden sind. Die Förderhöhe liegt bei bis zu 20 % der Investitionskosten. Wichtig: Sie müssen die Förderung vor Beginn der Arbeiten beantragen. Ein seriöser Elektriker hilft Ihnen bei der Antragstellung - fragen Sie danach.
Wie lange dauert eine komplette Elektroerneuerung?
Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² und Smart-Home-Integration brauchen erfahrene Teams in der Regel 7-14 Tage. Der größte Teil der Zeit geht für die Verlegung der Kabel und die Montage des Sicherungskastens drauf. Die Smart-Home-Integration dauert meist nur 1-2 Tage. Wenn die Wohnung bewohnt ist, kann die Arbeit in Abschnitten erfolgen - z. B. erst das Erdgeschoss, dann das Obergeschoss. Ein guter Anbieter plant das so, dass Sie möglichst wenig gestört werden.
Was passiert, wenn ich die Elektroanlage nicht erneuere?
Sie laufen Gefahr, dass Ihre Versicherung im Schadensfall nicht zahlt. Viele Hausrat- und Gebäudeversicherungen verlangen heute eine Prüfung der Elektroanlage alle 10 Jahre. Wenn Sie keine aktuelle Prüfung vorweisen können, kann die Versicherung bei einem Brand oder Kurzschluss die Leistung verweigern. Außerdem: Ein Haus mit veralteter Elektroanlage ist schwer zu verkaufen. Käufer lassen sich von einem E-Check abschrecken. Und Sie verpassen die Chance, Energiekosten zu senken und den Wert Ihrer Immobilie zu steigern. Es ist kein Risiko, das sich lohnt.
Die Zukunft Ihres Zuhauses beginnt nicht mit einem neuen Sofa. Sie beginnt mit der Elektroinstallation. Und wenn Sie jetzt handeln, machen Sie nicht nur Ihr Zuhause sicherer - Sie machen es auch wertvoller, bequemer und zukunftsfähig.
Geschrieben von David Loidolt
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